Umwelt und Natur

Deutsch: Ausgewachsene Esche
Deutsch: Ausgewachsene Esche (Photo credit: Wikipedia)
Die Stadtelandschaft lässt sich auch ganz anders gestalten als mit grauem Beton an Häuserfronten.
Beispiele dazu hier:

Urbanes gärtnern 

http://www.taz.de/!99366/Deutsche Bank zockt mit Getreide

Trotz heftiger Kritik hält die Deutsche Bank an Spekulationen mit Nahrungsmitteln fest. Das Kreditinstitut glaubt nicht, dass das einen Einfluss auf die Preisentwicklung hat.

http://www.weed-online.org/themen/finanzen/nahrungsmittelspekulation/

https://www.foodwatch.org/de/informieren/agrarspekulation/e-mail-aktion-deutsche-bank/

Sollen sie doch wieder zocken

Die Deutsche Bank spekuliert mit Lebensmitteln – na und?

Wenn es doch so einfach wäre: Der Staat verbietet die Spekulation mit Lebensmitteln, und der Hunger ist besiegt. Die Politik könnte zeigen, dass sie es ernst meint mit der Regulierung der Kreditinstitute, die wie die Deutsche Bank weiter Geld verdienen wollen im Handel mit Agrarrohstoffen.

Es ist aber nicht so einfach. Es gibt bislang keine stichhaltigen Belege dafür, dass die Zockerei tatsächlich die Nahrungspreise nach oben treibt. Zwar fließt sehr viel Geld in Lebensmittelfonds, doch diese Fonds kaufen in der Regel nicht Rohstoffe selbst, sondern Wertpapiere, die an die Preisentwicklung dieser Rohstoffe gekoppelt sind.

Der Unterschied ist entscheidend: Ein Spekulant, der die Maisernte aufkauft, erhöht die physische Nachfrage nach Mais, sodass der Maispreis steigt. Ein Investor, der einen Mais-Kontrakt aufkauft, erhöht die Nachfrage nach Mais-Kontrakten, sodass der Preis von Mais-Kontrakten steigt – aber nicht unbedingt der des Maises selbst. Wenn bei einem Fußballspiel alle auf den Sieg einer Mannschaft wetten, dann bedeutet das noch lange nicht, dass diese Mannschaft das Spiel auch gewinnt.

Nicht die Banker sind schuld an den steigenden Lebensmittelpreisen – sondern wir alle. Weil wir immer noch keine Antwort gefunden haben auf die Frage, wie sich der steigende Energiebedarf einer wachsenden und wohlhabenderen Erdbevölkerung decken lässt. Wenn amerikanische Bauern fast die Hälfte ihrer Maisernte in Biosprit umwandeln, dann hat das Folgen für die Nahrungsmittelversorgung. Denn was in den Tank geht, fehlt auf dem Teller. Wenn immer mehr Flächen für den Anbau von Futtermitteln genutzt werden, weil die neue Mittelschicht in den Schwellenländern den Fleischkonsum ausweitet, bleibt weniger Platz für Weizen und Roggen. Wenn wegen des Klimawandels Stürme und Dürren zunehmen, fallen die Ernten häufiger aus.

Der Anstieg der Lebensmittelpreise ist ein Signal dafür, dass sich der westliche Lebensstil nicht einfach so auf die ganze Welt übertragen lässt – die Bankenschelte lenkt davon ab, eine Lösung für dieses Dilemma zu finden, zum Beispiel durch die stärkere Nutzung von Sonne und Wind, durch Investitionen in die Landwirtschaft in den armen und die Umstellung des Konsumverhaltens in den reichen Ländern.

Die Banken haben die Weltwirtschaft in eine der schwersten Krisen der jüngeren Geschichte gestürzt. Sie müssen strenger reguliert werden – aber bitte dort, wo es auch in der Sache etwas bringt und nicht nur das Gewissen beruhigt.

Sebastian Korintenberg
Bundesstadt Bonn
Amt für Stadtgrün (68)
Stadtförsterei, An der Waldau 51, 53127 Bonn
Telefon +49(0)2 28.77 22 40
Telefax +49(0)2 28.77 22 63
E-Mail sebastian.korintenberg@bonn.de
Internet www.bonn.de

 

 

 

 

 

 

 

 

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